Die geplante Reform des Gebäudeenergiegesetzes sorgt erneut für Diskussionen. Die Union möchte die Vorgabe streichen, dass neue Heizungen künftig zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Doch der Vorstoß könnte juristische Folgen haben. „Wenn Deutschland die europäischen Klimavorgaben unterläuft, wird Brüssel reagieren müssen“, warnt Energieexperte Andreas Zehmisch von DUSW. Im schlimmsten Fall drohe ein Vertragsverletzungsverfahren. Branchenvertreter sprechen sogar von möglichen Strafzahlungen in Milliardenhöhe, die auf den deutschen Steuerzahler zukommen könnten.
Förderung bleibt vorerst bestehen
Trotz der geplanten Änderungen sollen Wärmepumpen weiterhin mit Zuschüssen bis zu 70 Prozent gefördert werden. „Mit der Förderung ist eine Wärmepumpe in der Anschaffung oft nicht teurer als eine Gasheizung“, erklärt DUSW-Geschäftsführer Andreas Zehmisch. „Dazu kommt, dass sie deutlich effizienter arbeitet.“ Auch Photovoltaikanlagen werden weiterhin gefördert, aber niemand weiß, wie lange diese Programme noch bestehen bleiben. Andreas Zehmisch rät deshalb Hausbesitzern zum schnellen Handeln: „Wer ohnehin modernisieren möchte, sollte die aktuellen Förderbedingungen ausnutzen und zukünftigen Preissteigerungen im PV-Hardwarebereich zuvorkommen.“

Effizienz als entscheidender Faktor
Wie gut eine Heizung arbeitet, wird über die Jahreszeitbedingte Raumheizeffizienz abgebildet. „Im direkten Vergleich hat die Wärmepumpe eine 1,6-fach höhere Effizienz als eine Gastherme. Das liegt daran, dass sie Umweltenergie nutzt und nicht nur fossilen Brennstoff verbrennt“, erläutert Andreas Zehmisch. Auch bei den Energiekosten zeigt sich ein Unterschied. „Photovoltaikstrom kann heute weniger als fünf Cent pro Kilowattstunde kosten“, sagt der Experte. „Gas liegt aktuell eher bei neun bis zehn Cent.“
CO₂-Umlage dürfte weiter steigen.
Ein weiterer Kostenfaktor ist die CO₂-Umlage. Diese wird von der EU festgelegt und auf fossile Energieträger wie Gas und Öl erhoben. „Es ist damit zu rechnen, dass die CO₂-Umlage langfristig steigt, ohne dass eine Einflussnahme seitens der Bundesregierung möglich ist“, erklärt Andreas Zehmisch. Einige Studien erwarten sogar massive Steigerungen. Das Agora Institut Energiewende spricht von einer möglichen Vervielfachung der CO₂-Kosten innerhalb der nächsten Jahre. Das würde den Öl- und Gaspreis erheblich verteuern.
Energie und Weltpolitik
Wie stark Energiepreise von geopolitischen Konflikten beeinflusst werden können, zeigt die Ukraine und aktuell der Iran. „Wir haben gesehen, wie schnell Gaspreise explodieren können“, sagt Andreas Zehmisch. „Der Preis für Gas stieg innerhalb weniger Tage von 32 Euro pro MWh auf inzwischen 65 Euro.“ Die Sonne hingegen sei unabhängig von politischen Konflikten. „Solarenergie steht praktisch unendlich zur Verfügung“, sagt Zehmisch. „Überschüsse können gespeichert oder ins Netz eingespeist werden.“
Beratungsbedarf wächst
Für viele Hausbesitzer bleibt die Lage dennoch unübersichtlich. „Die Regeln ändern sich ständig“, sagt ein Eigentümer aus Wuppertal. „Man weiß oft gar nicht mehr, was sich wirklich lohnt.“ Genau hier setzt DUSW an. „Wir realisieren jedes Jahr mehr als tausend Photovoltaikprojekte“, erklärt Andreas Zehmisch. „Unser Ziel ist es, Hausbesitzern eine langfristig sichere Lösung zu bieten.“ Sein Fazit: „Wer heute investiert, trifft eine Entscheidung für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Deshalb sollte man sie gut vorbereitet treffen.“








